ICON: Häuser aus dem 3D-Drucker für nur 4.000 US-Dollar

Bild: iconbuild.com / ICON

Seit dem die moderne 3D-Drucktechnik in den 1980er-Jahren ihre ersten Schritte gemacht hat, hat sich enorm viel getan. Es geht nicht mehr nur um den Druck von Kleinteilen oder lebensechte Actionfiguren echter Menschen. Mittlerweile erreicht der 3D-Druck ganz andere Dimensionen und schickt sich an, einen elementaren Teil der menschlichen Existenz zu revolutionieren – das Wohnen.

Das zumindest hat sich das texanische Start-Up ICON auf die Fahnen geschrieben, denn das in Austin ansässige Unternehmen hat gemeinsam mit der Organisation „New Story“ ein Verfahren für den effizienten 3D-Druck von Häusern entwickelt. Und das Beste: Die Produktion dauert keine 24 Stunden und kostet lediglich 4.000 US-Dollar.

Häuser aus dem 3D-Drucker zum Schnäppchenpreis

Neue Technologien wie der 3D-Druck rütteln auch an den Konventionen in traditionellen Wirtschaftszweigen wie dem Bauwesen. Kein Wunder, dass Baufirmen und Maschinenhersteller fieberhaft an praktikablen Lösungen arbeiten, denn gegenüber der klassischen Massivhaus- und Fertighausbauweise hat der 3D-Druck einige entscheidende Vorteile. Mit Hilfe leistungsstarker 3D-Drucker entsteht ein Gebäude binnen 24 Stunden und nicht in Wochen oder Monaten. Und das zu einem Bruchteil des Preises, denn die 3D-Drucker funktionieren völlig automatisch.

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Hinzu kommt, dass die Ressourcen durch die Minimierung von Abfällen und Verschnitt deutlich effizienter genutzt werden. Dass diese Art des Bauens die Zukunft sein könnte, beweist die US-Firma ICON mit ihrem 3D-Drucker „Vulcan I“. Mehr noch: Nach Angaben von ICON läuft der 3D-Drucker aktuell nur mit 25 Prozent seiner möglichen Produktionsgeschwindigkeit. Dementsprechend zuversichtlich ist man im Hinblick darauf, Häuser mit einer Wohnfläche von 600 bis 800 Quadratzoll (56 bis 75 m²) noch schneller und deutlich unter 4.000 US-Dollar drucken zu können.

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Der Druck selbst funktioniert im Übrigen mit einer speziellen Betonmischung. „Konventionelle Bauweisen haben viele Nachteile und Probleme, die wir so lange für selbstverständlich hielten, dass wir vergessen haben, dass es Alternativen geben könnte“, so Jason Ballard, einer der Gründer von ICON.

Mit 3D-Druck gegen globale Wohnungsnot

Hinter der Revolution des Bauwesens steht eine große Vision. Gemeinsam mit der Nonprofit-Organisation „New Story“ will ICON global für sicheres und menschenwürdiges Wohnen sorgen. Mit Hilfe des Betondrucks möchten die Verantwortlichen adäquate Wohnlösungen für rund 1,2 Milliarden Bedürftige dieser Welt schaffen, die derzeit beispielsweise in Wellblechhütten hausen.

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Das zuletzt für den Rekordpreis von knapp 4.000 US-Dollar gedruckte Haus ist ein Proof of Concept, das in naher Zukunft in einigen Regionen El Salvadors und Haitis großflächig auf seine Widerstandsfähigkeit unter teils unwirtlichen Bedingungen getestet werden soll. Sollte sich das Konzept bewähren, könnte der 3D-Drucker eine vielversprechende Lösung für hunderte Millionen Menschen für sicheres und bezahlbares Wohnen sein.

„Wir glauben, dass es unsere Pflicht ist, traditionelle Methoden in Frage zu stellen und Obdachlosigkeit zu beenden. Lineare Methoden werden niemals die eine Milliarde Menschen erreichen, die heute ein sicheres Zuhause brauchen“, so „New Story“-CEO Brett Hagler.

Wird Bauen auch bei uns bald günstiger?

Aktuell arbeitet man daran, das Verfahren auch für größere Gebäude umzusetzen, die auch für den flächendeckenden Einsatz in Industrienationen interessant wären. Bis additiv gefertigte Häuser auch hierzulande gebaut werden, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern. Denn anders als etwa in Italien, Dubai, China oder den USA, wo der 3D-Druck bereits Fahrt aufnimmt, wiehert der Amtsschimmel hierzulande besonders laut.

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